Hochsensibilität 2017-05-20T00:14:29+00:00
Hochsensibilität

Das Wichtigste vorweg:

Hochsensibilität…

…ist keine Krankheit!

…kann man nicht einfach abschalten!

…hat nichts damit zu tun ein „Sensibelchen“ zu sein!

…betrifft etwa jeden Fünften!

Begriffserklärung

Was versteht man unter Hochsensibilität?

Der Begriff HSP (im Original „Highly Sensitive Person“) wurde von der US-amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron 1997 erstmals eingeleitet. Ihre Werke gelten als der Grundstein der HSP-Forschung. Hochsensibel zu sein bedeutet, dass ein Mensch mehr und intensivere Reize als andere aufnimmt. Aber es sagt nichts darüber aus, ob dieser Mensch intro- oder extrovertiert, geschweige denn, wie intelligent er ist. Auch über welche Begabungen er verfügt oder wie er seine Sensibilität auslebt oder vielleicht darunter leidet ist von HSPler zu HSPler absolut verschieden.

Hier findest du einen Test .

Ein praktisches Beispiel

Aus dem Alltag eines Hochsensiblen

Stellen wir uns vor ein Mensch, der nicht besonders sensibel ist, betritt eine Gastronomie mit vielen Gästen und Live-Musik. Wahrscheinlich spürt er beim Betreten der Gastronomie die Musik, taucht mit Freude in das Getümmel ein und bekommt evtl. Hunger aufgrund der Düfte im Raum. Schnell ist ein Platz mitten im Raum gefunden und die Speisekarte gezückt. Ein kurzer Blick genügt und die Wahl ist getroffen. Die Bedienung erscheint und die Bestellung wird aufgegeben.

Ein HSPler wird schon am Eingang darüber nachdenken, ob es wirklich so eine gute Idee war, diese Location auszuwählen, da es ja doch etwas zu voll sein könnte. Beim Betreten der Gastronomie spürt der HSPler als erstes die verbrauchte Luft, die ihm förmlich „entgegenschlägt“. Als nächstes sind da die Bässe der Live-Musik, die sein Gehör so in Anspruch nehmen, dass er kein Ohr mehr für – aus seiner Sicht – wesentlichere Dinge (zum Beispiel die Kommunikation mit seiner Begleitung) hat. Dann ist da dieser Essensgeruch, undefinierbar und schwer. Parallel „scannt“ der HSPler die Umwelt ab. Ist jemand in der Location den er vielleicht kennt? Dabei werden in Hörweite befindliche, bruchstückhafte Gespräche subtil wahrgenommen und intuitiv analysiert. Nächste „Hürde“: Wo hinsetzen? Am besten irgendwo an den Rand oder in eine Ecke, denn schließlich hat man von dort den besten Überblick und den „Rücken frei“. Ist endlich ein Platz gefunden, der sich „gut anfühlt“, geht es weiter mit der Speisekarte.

Der HSPler bemerkt das leichte aber nervige Kleben der Speisekarte an seinen Händen. Und dann: sooo viel Auswahl… „Worauf habe ich jetzt Lust? Nehme ich ein Gericht ohne Knoblauch, denn ich habe ja morgen noch einen Termin und ich möchte meinem Gegenüber das nicht antun. Was isst meine Begleitung?“ Ist es der Lebenspartner wäre es ja auch suboptimal, wenn sie/er Knoblauch im Essen hat und man selbst nicht… Endlich entschieden, die Bedienung naht. Dank der unter Hochsensiblen viel verbreiteten Gabe der Empathie, schwappt sofort die Gefühlslage der Bedienung über. Sie wirkt ein wenig gestresst und müde, aber der Job scheint ihr Spaß zu machen. Der HSPler spürt die Emotionen, versucht sie entsprechend zu verarbeiten und darauf zu reagieren.

Ich denke, dieses Beispiel zeigt: Die Wahrnehmung eines hochsensiblen Menschen ist wesentlich intensiver, nuancierter und differenzierter. Dabei ist es egal, ob es sich – wie im Beispiel – um einen Besuch in einer Gastronomie, einen Gang über den Weihnachtsmarkt oder den eigenen Arbeitsplatz handelt. Es beginnt im Kindergarten, der evtl. als zu laut wahrgenommen wird, zieht sich über die gesamte Schul- und Studienzeit bis in den späteren Job. In der heutigen, rein profitorientierten Arbeitswelt herrschen Konkurrenzstreben und Leistungsdruck. Das führt über kurz oder lang zu erhöhtem Stress, physisch und psychisch. Und endet nicht selten in Depressionen und/oder Burn-out. Gerade HSPler sind besonders stark betroffen. Andere Menschen nehmen dieses Verhalten oft als Unsicherheit bzw. Handicap wahr und äußern dann Sätze wie: „Was du schon wieder hast“, „Was bist du empfindlich“ oder „Du musst dir dringend ein dickeres Fell zulegen“. Wie alles im Leben wenigstens eine positive und negative Seite hat, so ist es auch mit der Hochsensibilität.

Wer mehr wahrnehmen kann, der kann auch mehr Liebe, mehr Freude und mehr Spaß erfahren.

Beispiele für erkannte und gelebte Begabungen

Eine hochsensible Altenpflegerin, die Dank ihrer ausgeprägten Empathie genau wahrnimmt, was ihre Schützlinge brauchen, ein hochsensibler Musiker, der Dank seiner ausgeprägten Intuition wundervolle Musik komponiert, ein Graphiker, der ohne viel Worte versteht und „sieht“, was sein Kunde umgesetzt haben möchte, die hochsensible Raumausstatterin, die Dank ihrer Kreativität ihre Kunden mit passenden Ideen überrascht… Der Großteil der HSPler möchte die Welt ein Stück „besser“ machen. Genau dort sehe ich die Aufgabe der Hochsensiblen, denn sie besitzen das nötige Feingefühl und spüren zwischenmenschlich als Erste wo die Defizite sind.

Gern begleite ich dich, mit meiner Erfahrung, auf deinem persönlichen Weg. Du erreichst mich telefonisch unter +49 (0)4141 – 41 20 16 oder per E-Mail: sascha(at)hspler.de.

Ich freue mich auf ein erstes, unverbindliches Kennenlernen.